München Marathon 2014

München Marathon Oktober 2014

 

München , war mein zweiter Marathon. Den ersten bin ich im Frühjahr in Koblenz gelaufen, eine Woche nach dem HM in Mainz, als Test. Na ja, mußte meine Erfahrungen machen, dazu war er ja auch gedacht. Habe alle Fehler gemacht, die es nur gibt. Die Vorbereitung für München war sehr gut, obwohl ich bei weitem nicht so viele Kilometer abgespult habe wie eigentlich empfohlen werden. 5 Km als Steigerungsläufe , Freitags nach der Arbeit 23 Km , Sonntags im Lauftreff unsere „große Runde“ durchs schöne Rheinhessen 21 Km. Das war so mein Trainingsprogramm. So vorbereitet reisten wir , meine Frau und unsere jüngste Tochter am Samstag nach München. Alle guten Vorsätze nach Ankunft mich auszuruhen, waren natürlich dahin denn Marienplatz und Löwenbräukeller mußten ja sein. Hotel war mitten in der City, von Schlafen keine Spur, alles nicht so toll. Dann ging es am Sonntag los, trotz guter Planung lagen die Nerven blank. Mit Taxi zum Stadion, Startnummer vor der Brust, Lauf-Uhr am linken, Pacetabelle am rechten Handgelenk, weiche Knie und Tunnelblick. Endlich ging es mit Kanonenschlag los, die Strecke war sehr voll. Es war nicht einfach den 3:45er Pacemaker im Getümmel nicht zu verlieren. Ausgerechnet hatte ich über Greif Marathonrechner eine Pace von 5:24. Alles lief gut, hatte mein Laufgürtel mit 2 Flaschen (400 ml) und, bitte nicht schimpfen, eine 0,5er Pet Flasche in der Hand. Die Flasche in der Hand war kurz vor der HM Distanz leer. Doch was war das, ich hatte ein Loch im Bauch, Hunger, mir wurde schlecht. Sowas hatte ich noch nie, aber, nun ja, abends, bzw. morgens zu wenig gegessen !?? Egal , Bananen rein und weiter. Das Publikum war klasse, die Läufer/innen machten sich auch gegenseitig Mut, es war eine super Stimmung auf der Strecke. Bei KM 30 lag ich 1 Minute hinter meiner Zeit , da ich spürte , viel Steigerung ist nicht mehr drin , kamen schlechte Gedanken in mir hoch , ich sah meine so heiß ersehnten 3:45 schwinden. Das demotiviert dermaßen, furchtbar. Noch mehr demotiviert hat mich kurz zuvor, dass mich „mein“ Pacemaker überholt hatte. Der lief seinen Schnitt, wie eine Maschine, hatte mir bis dahin aber viel Sicherheit gegeben, danke hier nochmal an Andy !!! Dann kam ein Zuruf aus dem Publikum, Axel, nur locker weiterlaufen , du schaffst das ! Gott lobe diese Person, nun faste ich wieder Mut. Es kam sogar etwas Freude auf, ich war dabei, mittendrin im Geschehen, und, wenigstens rechnete ich mir noch eine Zeit gut unter 4 Std. aus. Auf den letzten Kilometern ging nicht mehr viel, meine Getränkereserven waren leer, ich mußte immer öfters an die Verpflegungsstationen. Ich dachte an all die Leute, denen ich von meinem Vorhaben in München zu laufen erzählt hatte, dabei addierten sich die Schritte und die Distanz zum Ziel schmolz dahin. Plötzlich sah ich die Masten vom Stadion. Wo verdammt nochmal ist der Tunnel ins Stadion……..und dann war er da, ich brüllte los , mobilisierte nochmal alle Kräfte und schon war ich auf der Bahn. Die Stadionrunde wurde zum Höhepunkt. Ich hatte es g’schafft ! Die Läuferverpflegung war super, habe mich kurz beim Pacemaker bedankt der einen tollen Job gemacht hat, genoß einfach alles um mich herum und orientierte mich ganz langsam Richtung Ausgang . Ja, wo war der nur, ich soll doch jetzt nicht die Treppen hoch ? Doch, alle mußten wir eine letzte Hürde überwinden , ehe uns unsere Lieben in die Arme nehmen konnten. Ich war so stolz auf meine 3:51:40. D. h. da ich ein sehr ehrgeiziger Mensch bin und eigentlich 3:45 als möglich ausgerechnet hatte, mußte ich mich erst an die Zeit gewöhnen, verrückt oder ? Doch das ist ein Grund wiederzukommen und es 2015 nochmal zu versuchen.

München , bis 2015 , versprochen !

 

Euer Lauffreund Axel