Chaotisch, Charmant, Crossduathlon Monsheim 2017

Prolog:

Im Mai habe ich einen Vortrag von Ausnahmetriathlet Vinzent Tristan gehört. Er begeisterte mich mit seinen Erzählungen und seine sportliche Leistungen sind überragend.

Anschließend habe ich mich in das Thema Triathlon eingelesen und mir die verwandten Sportarten angeschaut. Hierbei bin ich auf den Crossduathlon aufmerksam geworden:

„Es gibt auch die Variation des Crossduathlon, wo ein Crosslauf das Schwimmen ersetzt und die Radstrecke auf dem Mountainbike im Gelände absolviert wird.“ (Auszug aus Wikipedia)

Im Sommer habe ich nach einer Veranstaltung gesucht und gefunden der vom LLG Wonnegau durchgeführt wird. Mitte August meldete ich mich für den Monsheimer Crossduathlon an. Normalerweise findet der Monsheimer Crossduathlon im Frühjahr statt, da jedoch im April die Hauptstraße erneuert wurde, wurde die Veranstaltung in den Herbst gelegt.

Vorbereitung:

Um das Gelände für das Radfahren besser abschätzen zu können, bin ich eine Woche vorher die Strecke mehrmals abgefahren. Da ein Großteil der Strecke mit Gras bedeckt ist, hatte ich Bedenken, dass es bei Regen rutschig sein könnte. So beobachtete ich im Vorfeld den Wetterbericht für Monsheim.

Aufgrund meiner Verletzung hatte ich Trainingsrückstand. Dies sah ich jedoch nicht als Handicap an, sondern legte meine Aufmerksamkeit auf die Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Hierbei rückten für mich folgende Fragen in den Fokus:

  • Wie teile ich meine Reserven ein?
  • Ist es sinnvoll die Schuhe zwischen den Disziplinen zu wechseln?
  • Welche Punkte gilt es beim Mountainbikefahren zu beachten?
  • Wie tauglich Ist ein Einsteigermountainbike für den Wettbewerb?
  • Welche Zeit werde ich in der Wechselzone benötigt?
  • Was kann ich von anderen Teilnehmern lernen?

Im Vordergrund stand für mich der Spaßfaktor, ich wollte den Wettbewerb genießen. Eine gute Platzierung spielte keine Rolle.

Einen Tag vor dem Wettbewerb las ich auf der Internetpräsenz nochmals alle Informationen durch, ich sah mir auch das Teilnehmerfeld an und schaute auf die Startnummer die mir zugeteilt wurde.

Ich war überglücklich. Meine Freude war riesengroß, denn zum ersten Mal erhielt ich die Startnummer 1. Am nächsten Tag sollte es regnen? Mir egal. Diese Startnummer wollte ich mir nicht nehmen lassen. Ich war fest entschlossen auch bei Wind und Wetter anzutreten.

Wettkampftag:

Ich war früh auf den Beinen. Der Himmel war trüb, es gab starke Windböen und es regnete. Nach dem Frühstück verstaute ich das Mountainbike im Kofferraum. Auf der Fahrt nach Monsheim hörte ich Radio. Es wurde über den bevorstehenden Mainova Marathon in Frankfurt berichtet. Wird die Laufveranstaltung aufgrund der Wetterbedingungen noch kurzfristig abgesagt? Es hörte auf zu regnen, der Himmel war weiterhin bedeckt. In Monsheim angekommen parkte ich das Auto in Nähe der Monsheimer Feuerwehr. Zuerst ging ich zur Anmeldung, eine freundliche Helferin an der Startnummernübergabe überreichte mir die Unterlagen. Als ich meine Startnummer in den Händen hielt lächelte ich, dies war ein besonderer Moment. Anschließend ging ich zurück zum Auto holte mein Mountainbike, denn da mein Helm noch im Auto lag durfte ich mein Rad nicht in der Wechselzone abstellen. Ich blieb ruhig und ließ mir die Vorfreude nicht nehmen. Also zurück, Fahrradhelm holen und aufsetzen. Nach einem prüfenden Blick durch den Ordner durfte ich dann mein Fahrrad in der Wechselzone abstellen. Ich hatte noch eine Stunde Zeit bis zur Wettkampfbesprechung. Ich nahm mein Smartphone, schrieb Nachrichten und schaute mit den Wetterbericht an: Die App meldete pünktlich zum Start um 11:00 Uhr Sonne.
15 Minuten vor der Besprechung wärmte ich mich auf. Die Sicherheitsunterweisung ist für alle Teilnehmer Pflicht, es wurden alle wichtigen Punkte vorgetragen. Es wurde auch auf zwei rutschige Stellen hingewiesen. Mir hat es gut gefallen, dass auf die Sicherheit großen Wert gelegt wurde. Als der Bürgermeister alle Teilnehmer begrüßte, kam die Sonne hinter den Wolken hervor. Was für ein Timing, ich freute mich über den Wetterwechsel. Die Sportler machten sich zur Startaufstellung. Ich stellte mich hinten an, denn ich wollte es langsam angehen lassen und mich durch Triathleten und erfahrene Läufer nicht beeinflussen lassen.

Noch eine Minute bis zum Startschuss:

Nach langer Verletzung

Mein erster Wettbewerb seit Eschathlon (Juni)

Meine erster Crossduathlon

3 km Laufen, 15 km Gelände Rad, 2 km Laufen

Anvisiert hatte ich eine Laufzeit von 30 min. inklusive Zeit in der Wechselzone und 60 min. für die Bikestrecke.

 

Los geht’s!

Drei Runden durch die Monsheimer Weinberge, die Strecke begann mit einem Anstieg, nach wenigen hundert Metern begann ich andere Läufer zu überholen. Ich war gut drauf und bewunderte die Landschaft, die Weinberge präsentierten sich farbenfroh, die gelben Weinblätter dominierten und wurden von der rheinhessischen Sonne angestrahlt.

Nach 3 km ging es zur Wechselzone. Mein Helm, wo ist das Ding? Mein Helm lag nicht mehr an gleichen Stelle! Ich geriet aus der Fassung und suchte meinen orangenfarbenen Fahrradhelm. Ein Meter weiter lag er verkehrt herum auf dem Boden. Erleichtert zog ich den Helm auf, schob mein Bike langsam zur Markierung, stieg auf und trat in die Pedale. Die Bikestrecke ist sehr fordernd: Gras, Schotter, Beton, Matsch, es ist alles dabei, auch spitze Steine.

Das Gras war trocken, der erste Anstieg war mühsam, ich schaltete in einen mittleren Gang. Im ersten Abschnitt gab es starken Gegenwind, nach 1 km überholte ich einen Biker, er setzte sich hinter mich und fuhr in meinem Windschatten. Als es wieder bergab ging zog er locker an mir vorbei, so machen es die erfahrenen Biker, wieder was gelernt. In der ersten Runde fuhr ich vorsichtig, mit jeder Runde kam ich auf der Strecke besser zurecht, den optimalen Bremspunkt erwischen und in den richtigen Gang schalten. Ich zählte drei Sportler die ihr Bike schoben, vermutlich hatten sie einen Platten oder einen anderen Defekt. In der letzten Runde hatte ich eine Schrecksekunde, ich fuhr über einen spitzen Stein. Ich hielt die Luft an, mein Mountainbike ließ mich nicht Stich! Froh und erleichtert fuhr ich zur Wechselzone. Ich stellte mein Fahrrad ab und begab mich zum dritten Abschnitt. Das Laufen fiel mir schwer, ich hatte im zweiten Abschnitt zu schnell agiert. Meine Lungen waren ausgepowert. Mir kam es vor als würde ich im Schneckentempo durch die Weinberge laufen, zwei Läufer vor mir legten eine Gehpause ein. Ich war der Versuchung nahe ebenfalls eine Gehpause einzulegen. Meine Beine hielten durch und in der letzten Laufrunde mobilisierte ich noch einmal alle Kräfte. Der letzte Anstieg setzte mir zu, ich biss die Zähne zusammen und lief weiter zur Ziellinie. Als ich auf die Uhr blickte, war ich baff: 1 Stunde 16 Minuten. Ich machte einen Freudensprung, klatsche die Uhr ab und schrie vor Glück. Drei Teilnehmer hinter der Ziellinie fingen mich auf und bremsten mich.

Nach der Ziellinie wurde der Transponder, den ich am Fuß trug, sofort eingesammelt. Ich gönnte mir ein Getränk, am Stand bedankte ich mich bei den Helfern für das schöne Wetter und bekam ein Schoppeglas mit Tee überreicht. Das Glas darf ich behalten, es ist ein schönes Erinnerungsstück und es muss ja nicht immer eine Medaille oder ein Laufshirt sein.

Fazit:

Der Crossduathlon in Monsheim war mein zweitschönster Lauf. Alles hat gepasst. Meine Vorfreude war riesengroß. Das Wetter spielte mit. Der Lauf und das Biken waren für mich eine Herausforderung, meine anvisierte Zielzeit habe ich um 14 Minuten unterboten.
Mein Mountainbike ist robust und hat sich für einen Crossduathlon bewährt. Nach meiner langen Verletzungspause konnte ich endlich wieder einen sportlichen Erfolg feiern.
Diese Veranstaltung werde ich lange Zeit in bester Erinnerung behalten.

Meine Startnummer wird eingerahmt und bekommt einen Ehrenplatz.

Der Crossduathlon ist für mich eine herrliche Ergänzung zu anderen Laufveranstaltungen. Mal sehen, wann ich wieder mit Laufschuhen und Mountainbike unterwegs bin.